Über Sandau

 

 

 

Wappen Fähre Geschichtliches 1945 Kirche Gedenktag Sandau erhält eine Ehrung

Ein erster Eindruck

Kommt man aus westlicher Richtung, hat man schon beim Übersetzen mit der Fähre einen direkten Blick auf Sandau. Herausragendes Merkmal ist der Kirchturm, der im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

Wer auf den Kirchturm steigt, hat von oben einen schönen Ausblick über Sandau. Im Hintergrund erstreckt sich das Sandauer Wald- und Naturschutzgebiet.

Ein Blick über die Elbwiesen

Hinter Sandau erstreckt sich ein ausgedehntes Naturschutzgebiet

An der Strasse der Romanik gelegen

Die Strasse der Romanik führt direkt durch Sandau hindurch.

Im Zentrum der Stadt steht die Kirche St. Laurentius/St. Nicolaus.

Menschenskinder....

Vom Kleinkindalter bis zum Schulbeginn besuchen die Kinder die KiTa “Sonnenkäfer”

Der Spielplatz mitten in Sandau ist bei den jüngeren Kindern sehr beliebt.

Die Sandauer Grundschule wird nicht nur von Sandauer Kindern besucht, auch Kinder der umliegenden Gemeinden werden hier unterrichtet.
Mehr Infos unter:
www.gs-sandau.bildung-lsa.de

Entspannung

Wer gerne wandert, angelt oder einfach nur Freude an der Natur hat, wird sich in Sandau wohl fühlen.

Schön ist´s im Winter

Auch im Winter ist es in Sandau schön. Verschneite Waldwege laden zu einem ausgiebigen Schnee-Spaziergang ein und Kinder können auf dem Elbdeich rodeln.

 

Kirche St. Laurentius/St. Nicolaus

Vor dem Zweiten Weltkrieg

Anziehungspunkt in Sandau ist die Kirche St. Laurentius/St. Nikolaus. Sie ist eine dreischiffige Basilika und wurde im 13. Jahrhundert erbaut. Die Bezeichnung St. Nikolai deutet darauf hin, dass sich hier Kaufleute niedergelassen haben. Der Heilige Nikolaus war der Schutzpatron der Kaufleute. In der Entstehungszeit der Stadt, als auch die Kirche gebaut wurde, war die Lage an einer Fernhandelsstraße von großer Bedeutung. Der romanische Backsteinbau liegt im nordöstlichen Teil auf dem höchsten Punkt der Stadt und bot der von Krieg, Feuer oder Wasser bedrängten Bevölkerung Schutz.

alte Postkarte von Sandau

Fast hätte sie den Krieg unbeschadet überstanden.....

Die Zerstörung Sandaus und des Kirchturms begann erst am 13. April 1945. Der damalige Stadtkommandant Beck befahl die Verteidigung der Stadt “bis zum Schluß”.
Mittags um 13.00 Uhr fiel der erste Schuß, auf den ein 12-tägiges Bombardement folgte. Am 16. April 1945 wurde der Glockenturm zerstört und die Glocken (1. Glocke 1,51 m hoch und 2,2 t schwer, 2. Glocke 1,32 m hoch und 1,6 t schwer) fielen dabei herunter. Sie wurden im August 1949

wieder aufgehängt.

Rund 60 Jahre nach dem Beschuss

2008

Der Wiederaufbau des Kirchturms war zunächst umstritten, da der verstümmelte Glockenturm als Mahnmahl bestehen bleiben sollte.
Nach einer Umfrage allerdings waren rund 80% der Befragten dafür, den Kirchturm wieder aufzubauen.
Also erfolgte am 11. August 2002 die Grundsteinlegung.

Der intakte Kirchturm wächst im dritten Bauabschnitt auf eine Höhe von 18m. Fenster und Türen werden eingebaut, die Elektroinstallation beginnt. Der Turm ist bis in Höhe der Fenster begehbar.

Weitere Informationen zum Wiederaufbau des Kirchturms unter www.kirchturm-sandau.de

2012

In diesem Jahr wird die Aussenhülle des Turmes fertiggestellt.
Dann beträgt die Turmhöhe einschl. Wetterfahne 37 Meter

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Das Wappen

 

Das Sandauer Wappen stellt den heiligen Mauritius dar. In der einen Hand hält er einen Schutzschild, in der anderen eine Fahne mit dem Kreuz. Der Heilige steht auf einer Mauer, rechts und links von Türmen umgeben.
Im Mittelalter schützte eine Steinmauer mit vier Wachtürmen die Stadt. Drei Tore gewährten Einlaß. Der verkehrsmäßig wichtige und viel umkämpfte  Ort hatte Stadtrecht und durfte ein Wappen führen.

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Die Fähre

Für die Menschen, die sich hier  ansiedelten, war die Elbe von großer Bedeutung. Brücken gab es nur in den größeren Städten, wie Tangermünde und Wittenberge. So bewilligten die askanischen Markgrafen im Jahre 1272 für die Stadt  Sandau zur Flußübersetzung eine “Freie Fähre” Die Fähre sollte immer Besitz der Sandauer Bürger und deren Nachkommen bleiben. Die Elbübersetzung glich einem Nadelöhr auf der Heer- und Handelsstraße nach Osten.

Die Fährgerechtigkeit war lange ein Privileg der Stadt Sandau. Im Jahre 1703 kam die Elbfähre in Pacht. Für das Quartal wurden 37 Taler und 12 Groschen eingenommen. Im  letzten Weltkrieg wurde die Fähre durch drei Volltreffer beschädigt.                                                                                            .
1962 gingen die Fähren in Stadteigentum über. Seit 1991 ist eine neue Elbfähre in Betrieb, eine Gierfähre. Diese Gierfähre hängt an einem 500 Meter langen Seil, das flußaufwärts am Grund befestigt ist. Allein durch die Schrägstellung des Schiffskörpers drückt die Strömung den Kahn 200 Meter über den Strom. Dadurch ist es möglich, mit geringem Kraftstoffverbrauch zu fahren. Bei Hochwasser allerdings wird die Fähre abgehängt und fährt mit Motorbetrieb, um die Elbüberführung so lange wie möglich zu gewährleisten.

Die Sandauer Fähre ist 36 Meter lang, knapp 10 Meter breit und kann bis zu 45 Tonnen, bzw. 12 Autos transportieren.

Fährzeiten

Mo.- Sa.
5.30 bis 21.30 Uhr
So. u. Feiertags
7.00 bis 21.30 Uhr

bei Hochwasser
Mo. - Fr.
5.30 bis 20.00 Uhr
Wochenende u. Feiertags
7.00 bis 20.00 Uhr

Telefon: 0170-4415221 oder 039383-60915

Fährpreise:

Tarife

Gierseil-
fähre

Motor-
fähre

Person (ab 7 Jahre)

1,00 €

1,50 €

Fahrrad mit Fahrer

1,50 €

2,00 €

Pkw (bis 5 Sitzplätze) mit Fahrer

2,50 €

3,50 €

10´er Karte PKW und Fahrer

23,50 €

23,50 €

komplette Preisliste

 

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Geschichtliches

1190

Sandau wird erstmals urkundlich erwähnt als „Villa Sandowe“ und war zu dieser Zeit ein Dorf

1200

Bau der Kirche als spätromanische, querschifflose Basilika und Weihe der Kirche nach dem heiligen Nikolaus

1272

Bewilligung einer freien Fähre und erstmalige Bezeichnung als „Stadt“, seit 1996 Kombinierte Fähre „Gierseil und Motor“

13. Jahrh.

Planmäßige viereckige Stadtanlage mit gerundeten Ecken und gitterförmigem Straßennetz

1322

Errichtung einer Burg und Befestigung der Stadt mit Mauern, vier Türmen und Warten, Wällen, Gräben sowie drei Toren. Ein Rest der erhaltenen Stadtmauer befindet sich in der Mauerstraße.

1354

Sandau kommt zum Erzbistum Magdeburg und scheidet aus dem Verband mit der Altmark und der Mark Brandenburg aus.

14./15. Jahrh

Bau des Rathauses,1693 wird ein „Bürgerlicher Gehorsam“ (Arrestlokal) eingebaut, bis 1952 diente es auch als Gericht

1584

Durch Feuer werden 60 Häuser samt dem Rathaus vernichtet

1625

Verstärkte Befestigung der Stadt im 30-Jährigen Krieg

1648

Nach dem 30-Jährigen Krieg sind 150 Häuser, 3 Windmühlen und die Rossmühle niedergebrannt, die Ziegelei abgerissen, die Fährschiffe versenkt, die Kirche geplündert und die Gärten verwüstet.

1680

Durch den Westfälischen Frieden ging das Herzogtum Magdeburg 1680 in preußischen Besitz über, so dass auch Sandau  unter preußische Hoheit kam

1693

am Rathaus wird ein “Bürgerlicher Gehorsam” (Arrestlokal) gebaut

1695

Die Stadt brennt völlig ab

1703

Abbruch der Festungsmauer

1718

Das neue Rathaus wird vollendet

Nach 1806

Durch Napoleons Sieg gehörte Sandau wieder für einige Jahre zur Altmark

1820

Die Stadt weist 303 Häuser und 1449 Einwohner auf

1823

In Sandau wurde ein Land- und Amtsgericht errichtet

1840

Gänzliche Abtragung der Stadtbefestigung

1844

Bau der Staatschaussee Genthin-Havelberg

1850-1852

Erbauung des Schulgebäudes

1854

Die Kirche wurde nach ursprünglichen Plänen durch den Baurat Adler wiederhergestellt

1892

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Sandau

1898

Einweihung des Denkmals am 08. Mai.
Die Vorderseite des Kernstückes ist mit der Inschrift versehen:

„Den Gründern des Reiches und seinen tapferen Söhnen“

1945 wird das Denkmal stark beschädigt, die Intarsien entwendet und entfernt, eine neue Inschrift lautet: 7.000.000. Tote mahnen – Nie wieder Krieg.

In den sechziger Jahren wurde jedoch auch die Zeile Nie wieder Krieg entfernt.
1992/1993 wurde das Umfeld des Denkmals wieder hergerichtet.

1898

Bau der Post in der Großen Scheunenstrasse (heute Poststrasse), Schließung 1995

1909

Die Kleinbahn Schönhausen-Sandau wird eröffnet,
1993 wird der Bahnbetrieb wieder eingestellt.

1937

Eröffnung des Kindergartens im ehemaligen Elektrizitätswerkes in der Mauerstrasse

1939

Eröffnung der Tankstelle

1945

Durch amerikanischen Artilleriebeschuß werden ca. 80% der Gebäude zerstört.

1961

Errichtung der Freilichtbühne im Stadtpark

1975

Das polnische Ehrendenkmal wird aufgestellt

1991

Gründung der Verwaltungsgemeinschaft „Elb-Havel-Land“

2002

Wiederaufbau des Kirchturms beginnt

2002

Hochwasser

Vor dem Krieg gab es in Sandau:

1 Sägewerk und 2 Baubetriebe
6 Bäckereien
7 Fleischereien
1 Lebensmittelkaufhaus
3 Textilgeschäfte
Buchdruckerei
Post
Apotheke
Gericht
Armenhaus, gleichzeitig Krankenstube
Gefängnis
10 Gaststätten, davon 4 Hotels, das bedeutendste war das Wernicke
4 Tanzsäle: Schützenhaus, Elbstrand, Lindenhof und Sanssouci

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1945

In den letzten Kriegstagen lag eine Einheit der Waffen-SS in dem Waldstück zwischen Sandau und dem Havelberger Mühlenholz. Am 12. April 1945  bezog die US-Armee mit Panzerstoßtrupps das linke Elbufer gegenüber von Sandau. Die Amerikaner schickten einen Offizier mit weißer Fahne hinüber, um über eine Kapitulation zu verhandeln. Der Stadtkommandant, ein 48-jähriger Reserve-Offizier, war auch dazu bereit, aber die SS fühlte sich durch dieses Ansinnen so in ihrer Ehre gekränkt, daß sie -gegen alle Regeln des Kriegsrechts- den Parlamentär erschoß. Die Amerikaner, mit Recht empört, antworteten mit einem Vergeltungsschlag, allerdings nicht gegen die SS-Einheit im Wald, sondern gegen die friedliche Stadt Sandau. Der  Stadtkommandant wurde abgesetzt und an seine Stelle trat der 19-jährige Beck. Zusammen  mit dem Bürgermeister Sander bereitete er die Verteidigung der Stadt vor.
In der Nacht zum 21. April 1945 erhielt Bürgermeister Sander von SS-Offizieren den Befehl, sofort dafür zu sorgen, daß alle weißen Fahnen, die wieder an vielen Häusern der Stadt angebracht worden waren, zu entfernen. Damit gaben sie Sandau der Vernichtung preis, denn als die Amerikaner am nächsten Morgen sahen, daß die Zeichen der Übergabebereitschaft verschwunden waren, verstärkten sie den Beschuss, setzten Sprengstoffgranaten und Phosphor ein und legten die Stadt in Schutt und Asche.
Am 25. April war Sandau zur Übergabe bereit.

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Gedenktag

SANDAU GEDENKT DER ZERSTÖRUNG DER STADT
VOR 60 JAHREN

Am 13. April 2005 gedachte auch Sandau der Zerstörung im Jahre 1945.
Um 13:00 Uhr begannen die Glocken zu läuten, zur gleichen Zeit, als vor 60 Jahren der  Beschuss begann, der Sandau zu 80% zerstörte.

Den Abschluß bildete ein ökumenischer Gedenkgottesdienst. 

 

Am Nachmittag fand die Kranzniederlegung am polnischen Ehrenmal statt. Sandaus Bürgermeister Henry Wagner, Leiter der Verwaltungsgemeinschaft Elb-Havel-Land Carsten Wulfänger, Landrat Jörg Hellmuth, der polnische Militärattaché Oberst Maciej Bekier, der Leiter der polnischen Konsularabteilung Ryszard Szklany und von der amerikanischen Botschaft Major Ken Dobbertin gedachten der Opfer des 2. Weltkrieges.

Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr nahmen symbolisch für die Feuerwehrleute der einstigen Feuerwehr teil, die damals bei den Löscharbeiten ums Leben kamen.

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Der 8. Mai 2005

Am 8. Mai 2005 wurde eine Delegation der Stadt Sandau zum Festempfang in die polnische Botschaft Berlin eingeladen.
Dort erhielt die Stadt Sandau das Dyplom “Pro Memoria”. Diese Ehrung wurde in ganz Deutschland an 5 Städte vergeben. Gestiftet wurde diese Ehrung durch den Minister für Kombaten und Veteranen Polens.

Mit diesem “Dyplom” werden Orte geehrt, die sich in der Erhaltung und Pflege polnischer Denkmäler besonders hervorgetan haben.

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